flo eẞer

Flo Eßer verbindet Elemente aus Comic und Graffiti mit makabrer Popkultur. Unter dem Motto Surviving The Madness entstehen so „anarchisch-provokante“ Collagen und cartooneske Gemälde, die durchaus naiv und simpel anmuten, doch bei deren näheren Betrachtung „schnell auffällt, dass sich der Künstler mit den Abgründen des Mensch-Seins befasst und sich gut darauf versteht, diese in eine wunderliche, anziehende Form zu verpacken.“


Kontakt: kontakt@flo-esser.de
Kunst: https://www.instagram.com/charlie_maensn_art/
Comics: https://www.instagram.com/lumpi_comic/


Preise auf Nachfrage

maensn
Acryl und Filzstift auf Leinwand
20 x 20 cm

pretty girls
Acryl und Filzstift auf Leinwand
20 x 20 cm

go crazy
Acryl und Filzstift auf Leinwand
20 x 20 cm

shrooms
Acryl und Filzstift auf Leinwand
20 x 20 cm

take me home
Acryl und Filzstift auf Leinwand
20 x 20 cm

interview

Name
Florian Eßer
Alter
27
Herkunft
Köln
Beruf 
 Freier Journalist und Schreiberling, freischaffender Künstler


Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben? Meine Bilder sind bunt, plakativ und comichaft: Kräftige Outlines, Sprechblasen und blumige Schriftzüge. Korrekte Proportionen sind nicht ganz so mein Ding, dafür aber obskure Bildinhalte. Die mitunter derben und makabren Motive werden dabei von der „niedlichen“ Darstellungsweise kontrastiert, was ich sehr mag.


Seit wann beschäftigst Du Dich mit Kunst? Was ist Dein Antrieb?
Ich habe schon immer viel gezeichnet und wollte als Grundschüler mal Comiczeichner werden. Das habe ich dann allerdings etwas aus den Augen verloren, bis ich 2018 ein paar Leinwände geschenkt bekommen habe. Zu der Zeit hatte ich ‚ne Menge Zeit und habe dann meine ersten Collagen angefertigt, bis das zu einem Automatismus geworden ist und ich in meiner Freizeit nicht mehr viel anderes gemacht habe.
Mein Antrieb beim Schaffen von Kunst ist mir selber nicht so klar. Ich mache es einfach, ohne mir vorher eine Message zu Recht zu legen, die ich mit meinen Bildern vermitteln möchte oder so etwas. Allerhöchsten könnte ich hier anbringen, dass es dabei hilft, dass eigene Chaos in Formen zu packen – ich denke beim Malen über viele Dinge nach, selten aber über das Malen selbst. Das sieht man manchmal vielleicht auch.


Welche künstlerischen Prozesse hast Du bis jetzt durchlaufen? Wie hat sich Dein künstlerisches Schaffen im Laufe der Zeit gewandelt?
Nach einigen Collagen habe ich dann mal die Acryl-Farben ausgepackt und angefangen, tatsächlich zu malen. Die Collage-Technik benutze ich seitdem nur noch vereinzelt, was wohl die größte Veränderung im Arbeiten war; thematisch und motivisch bin ich mir aber treu geblieben.


Was inspiriert Dich?
Die größten beiden Inspirationsquellen sind für mich das Weltgeschehen und Musik. Beim Weltgeschehen vor allem das bizarre, abwegige und makabre: Kriminalität, Verschwörungstheorien, der Wahnsinn und alles, was sich in seinem Dunstkreis bewegt. Daher auch der Name „charlie maensn“. Was die Musik anbetrifft, sind es vor allem ebenfalls Künstler, die sich mit ähnlichen Themen befassen. Ganz vorne mit dabei der (Gangster-)Rap aus den Staaten: Ill Bill, Goretex, Non Phixion, Vinnie Paz, JMT. Das läuft bei mir zuhause in der Endlosschleife während ich male – und findet dann auch seinen Weg in meine Bilder. Gangsterrap made me do it.


Was für Materialien nutzt Du und was fasziniert Dich an ihnen?
Acryl-Farben und Filzstifte. An Acryl mag ich, dass die Farben kräftig und deckend sind und sich ganz einfach mischen lassen. Filzstifte sind super, da man mit ihnen gute Highlights setzen und starke Linien ziehen kann. Da ich aber auch selten vorzeichne und direkt mit den Eddings loslege, musste ich schon einige Leinwände schwarz übermalen. Das ist nicht immer clever, aber das kann ich mir irgendwie nicht abgewöhnen.


Welches Deiner Werke ist Dir gerade am nächsten und warum?
Ich kann da nicht eins rauspicken, es sind mehrere: Momentan male ich viele kleinere Bilder, die meisten im Format 20 x 20. Die mag ich sehr, weil sie noch viel mehr wie Comic-Panels oder Plattencover aussehen.


Wie sieht Dein Schaffensprozess aus?
Sobald ich Bock habe, zu malen, setze ich mich an meinen Tisch und lege los. Dabei mache ich mir vorher wenig Gedanken. Man hat natürlich eine grobe Vorstellung im Kopf, aber meistens lass‘ ich mich selbst davon überraschen, was dabei rumkommt. Ich mache Musik oder einen Podcast an (momentan aber auch viel Domian haha) und fange an.
Entgegen einer häufig gehegten Annahme, trinke ich vor oder während des Malens aber nicht. Betrunken oder verkatert geht mir gar nichts von der Hand – oder sieht im Anschluss halt auch danach aus.


Wo lebst Du Deine Kreativität am liebsten aus?
Am liebsten in meinem Wohn-, Schlaf-, Malzimmer. Da ich alleine wohne, habe ich meine Ruhe und das ist auch wichtig.


Hast Du schonmal ausgestellt, wenn ja, wo? Stellst Du gerade aus?
Zum ersten Mal ausgestellt habe ich im Januar 2019 im Resistance, einer Kneipe in Köln-Ehrenfeld, wo ich auch wohne. Das war eine lustige Geschichte und entstand aus einem großen Zufall, aber das würde jetzt hier wohl den Rahmen sprengen.
Als der Galerist Fritz Böhme, der die galerie eyegenart in der Rothehausstraße führt, meine Bilder zufällig in der Kneipe gesehen hat, gefielen sie ihm gut. Daher habe ich dann auch einige Male bei Fritz ausgestellt. Im Bunker k101 war ich auch schon einmal am Start. Im September 2019 hatte ich meine erste Soloausstellung "Surviving the Madness“ im Lokal Alte Feuerwache, organisiert von Kunst Köln.


Was hat Dich dazu bewegt, bei between-walls mitzumachen?
Ich hätte dieses Jahr gerne an die kleinen Erfolge von 2019 angeknüpft, aber dann kam Covid und alles musste abgesagt werden. Als mich ein Freund auf die Website aufmerksam gemacht habe, hat mir die Idee und die Präsentation der Werke und Kunstschaffenden sehr gut gefallen – daher freue ich mich, dass ich dabei sein kann.